text
lyrik
kurzgeschichten
märchen
gebrauchstexte
überwiegend entstehen
lyrische texte.
formal meist sehr streng aufgebaut.
die oft kurzen sätze verdichten und intensivieren.
durch wiederholung einzelner textbausteine entsteht ein sogartiger rhythmus, der den den leser/hörer an-und hineinzieht.
erzählt wird von alltäglichem. von vermeintlich unwichtigem. von kleinen, unscheinbaren dingen, die aber doch die welt bedeuten.
der mensch mit seinen empfindungen steht im mittelpunkt.
mal sind es monologe eines "ich's".
mal eine distanzierte, nicht genannte erzählerrolle.
die lyrischen texte laden ein laut gesprochen/gelesen zu werden.
sind oft tragisch.
aber auch skurril und heiter.
in ausstellungen werden die texte von stillleben begleitet, die einzelne textmotive in schlichter, fast naiver einfachheit aufgreifen.
formsache-feigl
ist mitbegründerin der freien schreibgruppe
"wortwerk".
hier nun einige leseproben:
lyrik
mit illustration
"will tanzen"
text + illustration: petra feigl
märchen
"hirschlein"
...eine suburbane geschichte.
Einst lebte eine kleine Frau in einem kleinen Häuschen am Waldesrand, umgeben von unzähligen Fichten. Die kleine Frau fertigte Dinge, die ihr von Herzen kamen und die sie sehr schön fand. Diese Dinge hielt sie feil, doch meist blieben die Leute nur verwundert stehen und kauften der kleinen Frau nichts ab.
Das machte die kleine Frau sehr traurig und sie war ihrerseits verwundert, denn sie konnte sich das nicht erklären. Einmal begegnete der kleinen Frau eine andere Frau, diese besah sich die Dinge und sprach lange Zeit nichts, da nahm sich die kleine Frau ein Herz und fragte. Da sagte die andere Frau: "Kenndn sie denn nierd einfach a weng wos Schäiins machen?" (Könnten Sie nicht einfach etwas Schönes machen?).
Das gab der kleinen Frau sehr zu denken, da sie ja immer davon ausgegangen war schöne Dinge zu machen. In ihrem kleinen Haus am Waldesrand sah sie am Abend oft den Rehen zu und überlegte, was sie denn den Menschen Schönes geben könnte.
Eines Tages war sie in der großen Stadt unterwegs, da fielen ihr die vielen Plakate auf, mit der die Region, in der ihr Häuschen von vielen Fichten umgeben stand, für eine Messe warb. Dort wollte man den Menschen zeigen, wie schön es hier doch war.
Die kleine Frau bestaunte auf den bunten Blättern die Wurstplatten, die mit Bier gefüllten Maßkrüge, Siebensterne und noch vielmehr, und plötzlich war ihr alles ganz klar:
Das war schön!
Schnell ging sie nach Hause, denn endlich hatte sie verstanden.
So kamen dann die Hirschlein in die Welt und die kleine Frau dachte bei sich:
Schänner geiitz etz wirglich nimmer! (Schöner geht es nun wirklich nicht mehr!)
als märchen-postkarte erhältlich!